Was ist Gin

Mir steht der Sinn, nach einem....

Gin ist sowohl ein echter Barklassiker mit lange zurückreichender Tradition als auch eine Spirituose, die sich gerade in den letzten Jahren zu einem echten Kult-Getränk entwickelt hat. Ein Beleg hierfür sind neuere Gin-Sorten wie Hendrick’s oder Monkey 47. Diese setzen einerseits teilweise auf überlieferte Rezepturen sowie antik anmutendes Design, beschreiten dafür aber andererseits geschmacklich oft neue Wege. Doch was macht einen Gin eigentlich zu einem Gin?

Wie viele andere hochprozentige Getränke hat auch der Gin einen geistigen Vorfahren. Es handelt sich dabei um den niederländischen Genever. Daher ist auch heute noch im klassischen Gin der Wacholder die wichtigste geschmackliche Grundzutat. Die ältesten Quellen, die den Genever erwähnen stammen aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Am Ende eben dieses Jahrhunderts bestieg im Rahmen der so genannten „Glorious Revolution“ der niederländische Adlige Wilhelm III. von Oranien-Nassau den englischen Thron. Um französische Spirituosen vom englischen Markt zu vertreiben stellte dieser Regent den ihm aus seiner Heimat bekannten Wacholderschnaps steuerfrei. Da diese Form des Alkohols schneller Wirkung zeigte als Bier, Cider oder Wein, erfreute sich der Gin bald großer Beliebtheit auf den britischen Inseln.

Ein flüssiges Stück britischer Geschichte

Bereits 1690 wurde festgelegt, dass Gin nur aus englischem Getreide hergestellt werden durfte. Anders als der klassische Genever wurde der Gin regelmäßig mehrfach gebrannt. Seinen endgültigen Durchbruch feierte er, als durch die überseeischen britischen Kolonien in Amerika das Getreide dank der dortigen großen Anbauflächen immer günstiger wurde. Dies führte zu einer Verzehnfachung des Gin-Konsums von 1700 bis 1750. Die Politik reagierte auf den mit dieser Gin-Krise einhergehenden Massenalkoholismus und legte mit dem Gin-Act von 1791 bestimmte Qualitätskriterien für den heimischen Wacholderschnaps fest. Die hiermit einhergehende Verbesserung des Gin durch vierfache Destillation in Kupferkesseln führte einerseits zu Preiserhöhungen, die den massenhaften Konsum eindämmten und zum anderen zu einem deutlich runderen und weicheren Geschmacks.

Auch zum Mischen bestens geeignet

Einen weiteren Boom erlebte der Gin, als innerhalb der Kolonialtruppen der Briten mit neuartigem Tonic Water der Erkrankung an Malaria vorgebeugt werden sollte. Der strenge Geschmack dieses stark chininhaltigen Getränks ließ sich durch den weichen Gin entscheidend verbessern. Damit erblickte einer der großen Klassiker unter den Longdrinks das Licht der Welt, der noch heute dafür sorgt, dass dem Gin ein besonderer Platz unter den Spirituosen in den Bar-Regalen dieser Welt eingeräumt wird.